Rückblick: Foto-Workshop „Der Wald als Kulturlandschaft“ (WaldHaus Freiburg, 3./4.12.2021)

Lange stand er auf der Kippe, doch zum Glück konnte er letzlich stattfinden: Der Foto-Workshop mit dem Titel "Der Blick auf den Wald als Kulturlandschaft", den ich am 3. und 4. Dezember 2021 gemeinsam mit Margret Hansen im WaldHaus Freiburg durchführte. Dabei waren wir schon vom ursprünglichen Termin Mitte März zwangsweise in den Dezember umgezogen... Aber nach so vielen Hürden im Vorfeld war klar: Wer jetzt noch bei der Stange geblieben ist, muss hochmotiviert sein! Und diese Einstellung ist sowohl den fünf Teilnehmenden als auch dem Leitungstandem zu attestieren. Sehr gute Voraussetzungen also für anderthalb intensive Tage auf der Wonnhalde am Rande Freiburgs.

Wir starteten am Freitag mit einem Nachmittagsspaziergang durch den Stadtwald - und zwar ganz bewusst ohne Kamera (außer mir, denn irgendeiner muss ja schließlich dokumentieren...).

Hierbei ging es darum, Hintergrundinformationen und ganz allgemein ein Bewusstsein für die vielfältigen Nutzungsformen dieses Waldstücks zu vermitteln - eine wichtige Grundlage, um das Gebiet am Folgetag fotografisch in Szene setzen zu können. Vertieft wurden diese Einblicke anschließend bei einem Rundgang durch die Ausstellung "Stadt - Wald - Mensch" im WaldHaus, die anlässlich des 900jährigen Stadtjubiläums von Freiburg realisiert wurde.

Den Abschluss der ausführlichen Einführung ins Kursthema bildete ein Impulsvortrag von Margret Hansen über zeitgenössische Fotografie aus dem deutschsprachigen Raum zum Thema Wald. Dabei wurde auch immer wieder Bezug zur Epoche der Romantik genommen, ohne den unsere heutige Wahrnehmung und Bewertung des Waldes absolut nicht denkbar wäre.

Wir betrachteten und diskutierten Werke u.a. von Michael Lange, Emanuel Raab, Freya Najade, Thomas Struth und Simone Nieweg. Hieraus ergaben sich spannende, inspirierende, bisweilen kontroverse und in dieser Intensität unerwartete Diskussionen. Das hat durchaus Lust auf mehr gemacht! So wichtig war uns dieser Teil des Kurses, dass wir ihn kurzerhand zusätzlich auch auf Samstagmorgen ausdehnten.

Ja, der Samstag... Große Sorgen hatte uns die Wettervorhersage gemacht, denn sie war schlichtweg gruselig. Starker Wind und ergiebige Regenfälle bei einstelligen Temperaturen - beides konnten wir nun wirklich nicht gut gebrauchen für die auf mehrere Stunden angesetzten Workshop-Einheiten im Gelände. Aber letztlich kam alles weit weniger dramatisch als befürchtet, und Petrus trieb nur ein bisschen Schabernack mit uns. Wir konnten fotografieren, und es war wunderbar.

Zwei Einheiten von je anderthalb Stunden verbrachten wir im Stadtwald und widmeten uns der Kulturlandschaft. Knifflig dabei: Wie setzt man die menschliche Prägung in Szene, ohne dass es zu "platt" wirkt? Wie stark können und wollen wir uns von angestammten, ja liebgewonnenen Sehgewohnheiten lösen? Wollen wir weiterhin "schöne" Bilder machen oder vielleicht ganz andere Ergebnisse hervorbringen? Welchen Einfluss haben die zuvor gesehenen und besprochenen Kunstwerke namhafter Fotograf/innen auf unser Vorgehen?

Und so gelangten wir am Samstagnachmittag zum dritten und abschließenden Teil unseres Kurses: der Bildbesprechung. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer suchte zwischen fünf und zehn frische Aufnahmen aus, die ich auf mein Laptop überspielte und projizierte. Und wieder wurde diskutiert, gefachsimpelt, gefragt, geantwortet, konstruktiv kritisert - und ganz viel gelobt. Und auch zu recht, denn es sind ausgesprochen vielfältige, spannende, handwerklich sehr gekonnte und oftmals auch ausgesprochen schöne Aufnahmen entstanden.

Ich bin so frei, an dieser Stelle eine Auswahl meiner eigenen Bilder zu präsentieren - jedoch nicht ohne zu erwähnen, dass die Fotos der anderen sich in Motivwahl, Herangehensweise und Stil teilweise erheblich von meinen unterscheiden und unbedingt eine eigene Präsentation verdient haben.

Wie man unschwer erkennen kann, war es an jenem Samstag wunderbar düster, feucht und zugleich bunt und stimmungsvoll im Freiburger Stadtwald. Viele waren aufrichtig überrascht über den Reichtum an Fotomotiven in diesem vermeintlich unspektakulären Stück Landschaft. Wir sind mit Sicherheit nicht zum letzten Mal dort gewesen!


5. Dezember 2021
Sebastian Schröder-Esch
(www.schroeder-esch.de)

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Geographer, naturalist and photographer (www.schroeder-esch.de). Based in Germany, but always keen to travel and explore